Also eigentlich wollte ich heute eine sehr plakative Folge aufnehmen mit dem Titel 10 Dinge, die eure Hochzeitsgäste wirklich nerven, was natürlich ein toller Clickbait gewesen wäre. Aber dann habe ich mir wirklich Gedanken gemacht und mich gefragt, was nervt denn eure Hochzeitsgäste wirklich? Und habe festgestellt, so einfach ist das Ganze ja nicht, denn die Gäste sind meistens wirklich erstaunlich entspannt und kommen ja nicht mit einem Bewertungsbogen auf eure Hochzeit, sondern sie wollen ja mit euch feiern. Sie wollen eine gute Zeit haben, sich wohlfühlen. Und sie führen ja auch nicht heimlich Liste darüber, was alles scheiße läuft.
Aber nach über 150 begleiteten Hochzeiten merke ich halt relativ schnell, wann die Menschen wirklich unruhig werden, wenn die Stimmung ein bisschen kippt. Und das sind teilweise wirklich ganz andere Dinge, über die die Paare einfach wirklich wochenlang vorher nachdenken. Und deshalb heute, was Gäste tatsächlich nerven kann, beziehungsweise was ihnen eigentlich viel egaler ist als ihr vielleicht denken mögt, oder beziehungsweise wie ihr es euren Gästen leicht macht, auf eurer Hochzeit wirklich eine richtig gute Zeit zu haben. Und in diesem Sinne, hallo und herzlich willkommen bei Heiraten leicht gemacht. Ich bin Kim, dein Hochzeitscoach, und ich begleite seit über 15 Jahren Brautpaare bei ihrer Hochzeitsplanung.
Und hier im Podcast geht es darum, wie eure Vorhochzeit wirklich mit mehr Klarheit, weniger Stress und vor allem ganz viel Vorfreude planen könnt. Und wenn du gerade selbst mitten in der Hochzeitsplanung steckst und dich vielleicht manchmal fragst, haben wir eigentlich an alles gedacht? Am 19. August, 19 Uhr, das ist nächste Woche Mittwoch, gibt es mein kostenloses Live-Webinar genau zu diesem Thema. Link in den Shownotes, und mehr dazu erzähle ich dir auch gerne am Ende.
Aber jetzt erstmal zu euren Hochzeitsgästen. Mein erster und wichtiger Tipp dahingehend wäre wirklich: Geht eure Hochzeit einmal als Gast durch, denn hier beginnt wirklich alles. Die meisten, und das ist ja auch wirklich logisch, planen die Hochzeit aus Sicht von euch selbst, nämlich die des Brautpaares, und das ist natürlich logisch. Das heißt, auf Papier ist dann Trauung 13, 14 Uhr, Sektempfang, Paar-Shooting und Abendessen irgendwann 18, 19 Uhr, was eigentlich so der Klassiker ist und auch ganz entspannt aussieht. Aber die große Frage ist, wie erlebt das ein Gast an diesem Tag.
Um dir jetzt auch noch mal zu zeigen, Beispiel in der Familie mit Kindern: Wann würden die zum Beispiel aufstehen? Wann machen sie die Kinder fertig, sich selbst fertig? Alle, die Kinder haben, wissen, das ist nicht manchmal ganz easy. Hast das Geschenk schon eingepackt? Wann müssen sie losfahren?
Haben sie vor Ort, finden sie direkt einen Parkplatz, um wirklich rechtzeitig da zu sein? Oder wann sie auch zuletzt wirklich gegessen haben. Und viele Paare machen dann gerne Milchmädchenrechnung, so von wegen, die Trauung ist ja erst 13, 14 Uhr, dann hat man ja vorher noch Zeit, was zu essen. Und Und ja, in der Theorie ist das möglich, aber praktisch sind sie eben seit 7 oder 10 Uhr morgens unterwegs und dann ist die Trauung, dann ist Sektempfang, dann haben sie vielleicht 3 Häppchen und dann ist das richtige Essen halt erst Stunden später und dann hat man halt wirklich Hunger. Und der Punkt ist, ihr braucht jetzt nicht extra einen Catering-Service dafür zu beauftragen, sondern manchmal reichen einfach wirklich schon so simple Dinge wie Laugenstangen, kleine Snacks, irgendwas Unkompliziertes oder auch einfach wirklich geil rustikal gebackenes Brot in Scheiben mit einfach 2, 3 geilen Dips.
Also das ist ja wirklich keine, keine Physik jetzt dahintergehend, ne, aber ihr wisst, was ich meine. Das sind wirklich die kleinen Dinge. Und deswegen auch bei der Tagesplanung überlegen, euch eure Gästeliste noch mal wirklich genau anzuschauen, ne. Wo kommen die her? Haben sie Kinder?
Sind es ältere Menschen? Gibt's Unverträglichkeiten? Sich all das zu fragen. Und deswegen nicht nur zu fragen, wie euer Hochzeitstag ausschaut, sondern wie erlebt unser Gast oder ein Gast unsere Hochzeit, unseren Hochzeitstag. Und wenn man sich den Tag dann oftmals so anschaut, dann fallen manchmal Dinge auf, dass wirklich die Gäste erstaunlich viel Zeit so zwischen den Dingen verbringen, die ihr geplant habt.
Und da, genau da, entsteht wirklich der größte Nervfaktor für Gäste überhaupt. Und ich glaube, der größte Faktor, der mir in meinem Kopf wirklich nach vielen Tagen so zusammengekommen ist, ist das Thema Abrufbereitschaft. Ich glaube, das fand ich beim Nachdenken fast am spannendsten, weil Warten ist nicht automatisch schlimm und freie Zeit auch nicht. Und falls du dich fragst, ja Kim, wie lange sollte die Pause denn sein? Und ich sag dir ehrlich, selbst 2 Stunden können völlig okay sein, wenn ich weiß, jetzt passiert in 2 Stunden nichts.
Ich kann aufs Zimmer, eine rauchen gehen, auf Toilette gehen, Schuhe wechseln, quatschen, mich noch mal schminken, whatever. Aber was wirklich nervig ist, wenn man einfach als Gast— ich weiß ja, du selbst einfach schon mal diese Situation gesteckt bekommst, auch wenn du gesagt bekommst, es geht gleich weiter, und dann denkst du, okay, alles klar, ich klemm mir alles, weil zum Beispiel in meiner Weltanschauung ist gleich 5 Minuten bis maximal 10, eher Richtung 5, und dann passiert teilweise so eine halbe Stunde bis 40 Minuten gar nichts, und dann sitzt du da und denkst, ich wäre in der Zeit schon 100 Mal aufs Klo gegangen, und weißt halt nicht, was passiert, ob du weggehen kannst, ob du hier bleiben musst, und bist halt ständig in dieser Abruf- bereitschaft. Und ich finde das für die Gäste, aber auch ich selbst, wenn ich halt wo bin, einfach wirklich psychisch unheimlich anstrengend, weil ich dann Angst habe, was zu verpassen, zum Beispiel. Genau, wenn wir da zum Beispiel überlegen beim Thema Sektempfang, Paar-Shooting, viele Gäste denken halt dann, oder viele Paare denken dann so, okay, wir heiraten, dann ist halt Glückwünsche, danach machen wir Sektempfang, vielleicht so eine Dreiviertelstunde. Aber mit allem, mit Paar-Shooting, wenn ihr halt dann weg seid, dann sind halt die Gäste teilweise 2 bis 3 Stunden, hängt vom Fotografen ab, wirklich ohne euch.
Und das muss nicht schlimm sein, aber die Frage ist halt, ob man sich halt zum Beispiel über das Thema Musik, Drinks, Sitzplätze, Unterhaltung halt gekümmert hat und vor allem die Gäste halt wirklich Bescheid wissen, wann sie eben wirklich wieder gebraucht werden. Und wenn sie halt wirklich frei haben, dann können sie sich auch beschäftigen, in die Stadt fahren, je nachdem natürlich, wo die Hochzeit stattfindet. Aber manchmal ist dann vielleicht ein See nebenan, man kann eine Runde spazieren gehen, einfach irgendwas Schönes machen, sondern man hat wirklich, wenn man weiß, okay, um 17 Uhr geht es weiter, dann fühlt man es sich nicht nach Wartezeit an. Das ist doch dieses Gefühl beim Arzt, ne, sondern dann ist es Freizeit. Oder wenn ein weiteres Beispiel, das mir eingefallen ist, so das Thema Wetter.
Stell dir vor, ihr habt diese Trauung nachmittags und auf einmal fängt es an, wirklich wie aus den Kübeln zu schütten, und alle stehen dann unter den Schirmen und dem Dach. Und was sehr gut ist, ne, dass sie zumindest nicht nass werden, es ist kein Drama. Aber dann kommt irgendwann diese Frage, okay, Was kommt jetzt? Gehen wir rein? Bleiben wir?
Warten wir? Wie geht's weiter? Und dann werde ich natürlich als Zeremonienmeisterin wirklich sofort aktiv, wenn es nicht vorher schon absehbar war, weil falls ja, habe ich das natürlich geklärt. Aber dann muss wirklich ad hoc, zack, ein Plan gemacht werden, ne. Die Location, der Service muss alles informiert werden, dass die Musik nach drinnen verlegt wird, dass gegebenenfalls Programmpunkte vorgezogen werden oder dass es halt Gästen gesagt wird, wie es weitergeht.
Weil es kann ja sein, manchmal hat man so unglückliche Konstellationen, dass dann dieser Raum für was anderes genutzt wird und vielleicht umgebaut werden muss. I don't know. Also wirklich, jede Hochzeit ist so unterschiedlich. Und deswegen, der Regen ist nicht das Problem, auch nicht die Verzögerung, auch nicht die Pause, sondern das Problem ist, wenn man nicht weiß, was passiert. Hölle, wirklich absolute Hölle.
Wenn du diesen Podcast gerade hörst, ey, wirklich erspar das deinen Gästen. Und gerade das Wetter, das zeigt einfach gerade noch mal so schön, dass wir wirklich so krasse Sachen gerade am Hochzeitstag planen, aber manchmal wirklich diese banalsten menschlichen Bedürfnisse außer Acht lassen. Ja, weil zum Beispiel, wenn du jetzt an eine Sommerhochzeit denkst, ne, und alle sind mega schick gemacht, hübsch, tolle Kleider, und sind halt in ihren schönsten Anzügen, hohe Schuhe, aber es ist halt gleichzeitig natürlich auch 30 Grad, die Sonne ballert, kein Schatten, kein Wasser, und man hat auch nicht mal eine Möglichkeit, sich hinzusetzen. Und das ist halt einfach einfach so nicht schön. Und ich habe schon mal Hochzeiten erlebt, wo es dann zum Beispiel kein Zelt, Überdachung oder Schatten gab, teilweise Budgetgründen, aber auch teilweise einfach so, ja, weil es auf den Fotos schöner ausschaut.
Aber eure Gäste sind dann halt da am Brutzeln, und deswegen brauchen sie manchmal wirklich nur sehr einfache Dinge wie einfach wirklich Wasser, Schatten, Sitzplätze, Fächer, oder einfach so vernünftige Wege, dass sie auch Bescheid wissen. Das können für eure Gäste wirklich einen riesigen Unterschied machen. Oder was auch Klassiker ist, ist das Thema Essen. Hungrige Gäste sind einfach weniger entspannt. Und was mir dazu einfach auch noch gerade einfällt, wir müssen über das Thema Hochzeitstorte reden, weil, ey, was kostet mittlerweile eine Torte?
Ich weiß es nicht mehr genau, weil ich ja gerade mehr im Bereich Coaching begleite. Und aber 3-stöckige Torte, 700 € locker. Und natürlich sieht sie aus wie aus dem Pinterest-Traum, aber, und ich liebe liebe auch Torte, aber ich bin echt ehrlich zu dir, gefühlt der 80% aller Torten schmecken einfach nicht geil. Und, und falls du jetzt denken magst, boah, die Kim, die hat vielleicht voll die krassen Ansprüche, nee, habe ich nicht. Also weißt du, so, du kannst mich wirklich mit einem Apfelstreuselkuchen oder einfach so einem Erdbeerkuchen wirklich schon sehr glücklich machen.
Aber muss halt vor Augen halten, niemand sitzt halt hinterher zu Hause und sagt, boah, war diese Torte schön, wenn man sich gleichzeitig aber diese trockene, massive Butter Crememasse irgendwie reindrücken musste. Und das ist jetzt nur meine ganz persönliche Meinung, mir geht's nicht darum, dir diese Torte auszureden, einfach, ne. Aber zumindest aus Gästesicht, weil halt, also verstehe mich jetzt richtig, wenn du schon immer von der dreistöckigen Torte geträumt hast, dann lass dir bitte von niemandem diese dreistöckige Torte nehmen, ja. Aber mir geht's eher darum, wenn du denkst so, oh, wir brauchen ja so eine Hochzeitstorte, das gehört ja irgendwie dazu, dann sage ich ehrlich, ey, spare das Geld, deine Gäste werden dir dankbar sein, und mach lieber von dem geilen Bäcker irgendwie so ein geiles Kuchenbuffet aus coolen Lieblingskuchen. Es gibt ja so viel geile Kuchen, ich liebe einfach Kuchen.
Und deswegen ist meine Message nicht, dass Hochzeitstorten scheiße sind, sondern einfach, dass du für dich mitnimmst, dass Gäste eure Hochzeit wirklich erleben in all ihren Facetten und sie eben nicht nur fotografieren, ne. Beim Nachgang sieht ja immer alles echt schick aus, aber es geht ja auch darum, dass die Situation, die Stimmung vor Ort wirklich gut ist. Oder wenn wir jetzt mal Thema Essen nachdenken, Essens-Timing. Menü ist ja immer so eine schicke Sache. Es ist auch immer so die Frage Menü versus Buffet.
Ich glaube, ich werde mich bis an mein Lebensende nicht entscheiden können, weil meine Antwort wäre, glaube ich, ich würde es von der Location abhängig machen. Es gibt Locations, da sage ich dir, ey, die kriegen das nicht gebacken, mach das nicht. Denn oftmals ist dann wirklich Tisch 1, wird sehr weird, oder Tisch 1 hat schon fertig gegessen, noch besser, und dann kriegt der letzte Tisch noch nicht mal sein Essen. Und dann hat man halt wirklich lange Pausen dazwischen.
Die ganze Energie geht runter, die Leute werden müde, fangen an zu verdauen, und dann fragt man sich so, oh Wunder, warum ist keine Partystimmung da? Oder auch richtig gut, ne, eine richtig lange Rede, die dann keine Ahnung Viertelstunde dauert, wo man halt echt wirklich bei aller Liebe dann da sitzt, und dann ist man zum Beispiel hungrig und die Brote stehen da, aber man weiß als Gast zum Beispiel nicht so, ey, darf ich das jetzt essen? Oder Mein Getränk ist leer und es wurde kein richtiger Getränkeservice gemacht vor den Reden. Ist auch alles schon erlebt, passiert wirklich regelmäßig. Und das sind dann so Situationen, wo ich als Gäste einfach denke so, oh Mann, ey, ich habe einfach nur Hunger und ich will was trinken.
Und wenn diese Grundbedürfnisse gefunden, wirklich befriedigt sind, dann sind eure Gäste auch schon wirklich so viel entspannter. Und jetzt gerade beim Thema Menü, wenn man da wirklich das Timing gut hinkriegt, das wirklich ein Gang abgeräumt wird, dann kurzer Beitrag oder Rede kommt und dann kommt der nächste Gang, dann ist das wirklich eine ganz andere Energie, die maßgeblich euren Tag beeinflusst. Denn Essen ist einfach eines der wichtigsten Punkte des Tages neben der Trauung natürlich. Und zum Thema Energie, das ist natürlich so ein Gedanke, wozu sich ja wirklich so viele Paare so eine richtig krasse Matte machen, ist: Was, wenn unsere Gäste sich langweilen? Und kommen wir zum beliebten Thema Entertainment, wo ich auch mal gefragt werde: Boah, Kim, brauchen wir Entertainment?
Sollten wir das machen? Und meine Antwort dahingehend ist wirklich: Die Dosis macht's. Und zwar, ich würde niemals sagen, Gäste brauchen kein Entertainment, vor allem nicht, wenn ihr länger weg seid, denn dezente Unterhaltung kann wirklich schön sein. Und was wirklich wichtig ist, oh bitte, ey, sorg für Musik! Das Schlimmste ist, wenn einfach, wenn ihr als Paar weg seid, keine Musik läuft, keiner weiß, was passiert, und das ist dann so ein komischer, weirder Leerlauf.
Und deswegen sorgt wirklich für die Basics: Musik, Drinks, schöner Rahmen, vielleicht eine kleine Beschäftigung, aber auch natürlich gleichzeitig euren Gästen sich zuzutrauen, dass sie sich selbst unterhalten können. Aber es gibt auch wirklich wundervolle Icebreaker-Storys mit Kärtchen, womit die sich ein bisschen kennenlernen können. Das wäre so die eine Sache. Aber das andere Extrem wäre ja natürlich auch wirklich so vollgepackt, so Spiel, Rede, Foto, Überraschung, Torte, nächster Programmpunkt, aufstehen, hinsetzen, setzen. Und da arbeitet man halt so ein bisschen ein Programm ab.
Das ist natürlich auch too much. Und meine persönliche Antwort auf Spiele ist halt, ich finde, Spiele sind nicht automatisch schlimm, vor allem nicht aus Gästesicht. Das Krasse ist, ich habe mittlerweile das Gefühl, dass es mehr die Paare sind, die das schlimm finden. Aber sowas wie Herz aufschneiden, das ist mittlerweile schon so alt, das ist einfach wirklich wieder witzig, ist, dass man halt sowas auspackt. Aber unangenehm wird es wirklich dann, Wenn man die Gäste zum Mitmachen zwingt oder sie sich zum Affen machen sollen, das ist halt wirklich nervig.
Oder mein absoluter Favorite, DJ Herbert. DJ Herbert, der irgendwie krampfhaft versucht, alle Leute auf die Tanzfläche zu zwingen. So, und jetzt mal alle! Und dann denke ich mir so, boah, nee, spiel doch einfach ein geiles Lied, wo die Leute aber Bock drauf haben. Dann fühlt sich die Tanzfläche automatisch, wenn sie nicht schon so total in ihrem Essenskoma sind, wenn es halt irgendwie zu spät losgeht.
Und deswegen, das beste Entertainment— und jetzt halt dich fest— das beste Entertainment ist kostenlos, denn das seid ihr selbst. Wirklich einfach eine echte geile Hochzeit ist wirklich geile Musik, geile Drinks, aber wo ihr als Paar wirklich präsent seid, da seid, wirklich lacht, wo ihr Spaß habt, vielleicht einfach kurz tanzt, eine spontane Tanzsession eröffnet. Das muss jetzt keine krasse Party sein, aber Menschen lassen sich anstecken. Es geht nicht darum, Animateur zu spielen, sondern einfach wirklich go with the flow. Aber nimm dir bitte wirklich daraus mit, wirklich, dass deine, eure Energie, das ist wirklich der größte und wichtigste Teil für das Gästeerlebnis.
Und deswegen, damit eure Gäste sich wirklich fallen lassen können, brauchen sie eben ein paar unsexy Sachen, nämlich zum Beispiel, dass sie wissen, was Sache ist, ne. So Orientierung, das ist, kann man gut darunter zusammenfassen, ist halt einfach wirklich eine wunderschöne Art von Gastfreundschaft. Das sind wirklich ganz simple Dinge, wie zum Beispiel: Wohin geht's als Nächstes? Oder wenn sie bei einer Location ankommen, ist nicht klar, wo es dann stattfindet, wann ist irgendwas, wo kommen die Geschenke hin, wo ist die Toilette, wann geht's weiter? Solche Themen.
Oder dass man halt wirklich einfach auch, dass die Gäste proaktiv Bescheid bekommen, so: Jetzt passiert erstmal nichts, dann und dann geht's weiter. Und da merkt man wirklich bei den Gästen, dass sie dann sichtbar erleichtert sind. So dieses: Oh, die wollten ja jetzt auch nicht nachfragen, weil sie nicht Eindruck erwecken wollen, dass sie jetzt abhauen möchten, aber denen geht's dann wirklich gut. Oder Gruppenfoto, schlimm, nicht alle einfach wirklich schon zusammentrommeln, während der Fotograf noch nicht mal bereit ist. Ich meine, du lachst jetzt vielleicht darüber, aber schon so häufig erlebt, dass der Fotograf so krass im Paar-Shooting-Modus drin war, dass er sich noch gar nicht überlegt hat, wo er das Gruppenfoto shooten möchte, weil viele wollen dann auch gucken, wie vor Ort das Licht ist, haben ihre Leiter vielleicht auch nicht am Start.
Und das ist für die Gäste wirklich nervig. Deswegen wirklich alles vorbereiten, erst dann Gäste holen, einmal zack, kurz und schmerzlos Foto. Wichtig ist natürlich auch eine Person, die bestenfalls den Fotograf, Fotografin unterstützt, und dann fertig. Oder auch Sitzplan wirklich am besten irgendwie schon zugänglich machen, dass sie das vielleicht schon am Nachmittag finden. Hilfreich ist es total, wenn ihr es alphabetisch macht, also nicht nach Tischnummern gruppieren, sondern die Namen alphabetisch auflisten, damit man sich schnell wiederfinden kann.
Sonst steht man da 10 Minuten, blockiert dann, wenn der Tischplan zum Beispiel erst dann aufgestellt wird, wenn man in den Saal reingeht, dann steht dann der Onkel da mit seiner Brille und findet sich 10 Minuten auf der Liste nicht. Und deswegen, jede Frage, die euer Gast sich irgendwie nicht mehr stellen muss, bedeutet einfach für die tatsächlich weniger mentale Arbeit. Und ja, ich weiß, das sind alles super banale Dinge, oder? Während ihr wahrscheinlich euch Wochen, Monate, Jahre einfach da voll die krassen Gedanken machen müsst. Aber eure Gäste sind eigentlich wirklich pflegeleicht, wenn man halt einfach nur ein bisschen auf ihre Grundbedürfnisse ist.
Und jetzt natürlich zu den traurigen Wahrheiten, was natürlich jede Braut nicht so gerne hört, aber ich muss dir diesen Zahn trotzdem ziehen. Also ich sag nicht, dass es unwichtig ist, aber es kommt halt in der Hierarchie erst nach den Grundbedürfnissen. Das sind dann halt einfach Dinge wie Deko, Menükarten, die Freudentränen-Taschentücher, die Gastgeschenke. Und wie gesagt, ich sage nicht, dass es unnötig ist, dass ihr das nicht machen sollt, denn gerade wenn es euch Spaß macht, ne, ey, lass dich nicht davon abhalten. Es ist eure Hochzeit, eure Regeln.
Aber merkt ihr bitte einfach nur: Eure Gäste bewerten eure Hochzeit nicht danach, ob es eben Pinterest-perfect aussah, sondern wirklich so in der Situation. Thema Taschentücher jetzt, so, Hauptsache, es ist da, wenn ich gerade am Heulen bin. Und kein Gast denkt sich halt so, boah, wunderschöne Hochzeit, aber das Salbeigrün, das war jetzt ein bisschen zwei Nuancen daneben. Sondern halt eben, wenn sie sich entscheiden müssen, dann sind es halt eben diese Sachen: genug Essen, genug zu trinken, einfach nicht zu heiß, nicht zu kalt, einfach. Und das sind diese Dinge, die fürs Gästeerlebnis so viel wichtiger sind.
Und deswegen bekommst du von mir jetzt auch keine Checkliste mit 27 neuen Dingen, sondern eben nur eine Aufgabe. Nämlich wirklich, wenn dein Ablaufplan steht, du wirklich geschaut hast, dass der Flow stimmt, der Flow, diese Übergänge, diese Leichtigkeit, dass die Abläufe und die Übergänge wirklich zueinander passen. Wenn das einmal steht, wenn du nicht weißt, wie es geht, dann komme ich gleich noch mal zu, aber sondern dass du wirklich dann es komplett durchgehst, nicht als abstrakter Gast, sondern wirklich mal mit echten Personen so aus eurer Hochzeitsliste, zum Beispiel die Oma Wann würde sie kommen? Wie weit müsste sie laufen? Wo kann sie sich zwischendurch hinsetzen?
Weil gerade jungen Menschen kann man es ja was ganz anderes zumuten. Wie ist es mit Toilette? Oder die Freundin zum Beispiel, die hat halt eine krass lange Anreise. Wann kann sie was essen? Oder die Familie mit Kindern, hatte ich ja erzählt, die müssen vielleicht zwischendurch auch Windeln wechseln, die Kinder schlafen legen.
Die Kinder haben ja auch einen ganz anderen Essrhythmus, ne? Und all das eben mal durchzugehen, ne, wann sie warten, wann wissen sie nicht, wann was passiert. Und es geht halt nicht wirklich, jeden Wunsch eines Gastes wirklich zu erfüllen, weil das wäre viel zu stressig und unmöglich. Und es geht ja auch nicht darum, dass ihr eure komplette Hochzeit nach euren Gästen ausrichtet, denn natürlich eure Hochzeit, eure Regeln, aber Eine gute Frage, die man sich als Brautpaar, Hochzeitspaar und Gastgeber stellen kann und sollte, ist: Machen wir es unseren Gästen leicht, sich bei uns wohlzufühlen? Und das ist eigentlich alles.
Also jetzt aus Sicht der Hochzeitsgäste, ne, das sind ja immer verschiedene Perspektiven, die zusammenkommen. Aber aus Sicht eurer Gäste ist keine perfekte Hochzeit nötig. Ihr braucht keine Dauerbespaßung, ihr braucht keine eure Torte, sondern wirklich Grundbedürfnisse von Essen, Trinken, Komfort, eine Orientierung, ein guter Rahmen, ein Raum miteinander, und das Allerwichtigste natürlich: euch, ihr als Paar. Das ist das Allerwichtigste. Ja, und wenn du jetzt beim Zuhören gerade gemerkt hast, so, okay, darüber habe ich mir jetzt auch nicht so die Gedanken gemacht, und dich vielleicht bei deiner Planung schon mal gefragt hast, so, boah, haben wir alles gedacht, boah, oder schaffen wir das dann alles zu denken, dann komm in mein kostenloses Live-Webinar Mittwoch, 19.
August, 19 Uhr. Und auch da geht's nicht darum, dass du eine weitere Checkliste mit 300 To-dos bekommst, sondern zu fragen, was ist bei eurer Hochzeit wirklich gerade wichtig, was darf warten, welche Entscheidungen hängen miteinander zusammen, oder welche Dinge könnt ihr jetzt einfach, falls ihr noch am Anfang stehen solltet, in der Mitte noch gar nicht auf dem auf dem Schirm haben. Und den Link zur kostenlosen Anmeldung findest du in den Shownotes. Falls du es nicht schaffen solltest, obwohl live natürlich am geilsten ist, da freue ich mich auch richtig drauf, gibt es 72 Stunden lang ein Replay. Aber ich freue mich natürlich, wenn du es live schaffst.
Und ja, das war die heutige Episode Dinge, von denen eure Hochzeitsgäste schrecklich genervt sind, aber sich natürlich nicht trauen, euch zu sagen, weil sie euch zu sehr lieben. Jetzt Hab ich es dir gesagt. Und ja, danke, dass du heute wieder mit dabei warst. Und falls du beim Zuhören an jemanden gedacht hast, der auch gerade seine Hochzeit plant, dann leite diese Folge gerne weiter und bewerte diesen Podcast. Damit würdest du so vielen Bräuten weiterhelfen und natürlich auch mir.
Und ich sag wie immer, vielen Dank fürs Reinhören. Bis dahin, deine Kim.